Dienstag, 24. November 2009

Orang-Utans auf Borneo: Ein unsicheres Schicksal







Cinta, ein Waisen Orang-Utan-Baby, das inmitten einer immensen Palmölplantage gefunden wurde, klettert hoch auf einen Baum vor den neugierigen Augen Dutzender Besucher einer Rettungsstation für Waldmenschen.

Cinta ist eins der Opfer des Palmölanbau-Booms, der auf den Dschungeln Borneos festen Fuß gefasst hat. Insbesondere findet Palmöl große Verwendung als Ökosprit und bei der Herstellung von Nahrungsmitteln wie Margarine.

Schätzungsweise gibt es noch maximal 60.000 frei lebende Orang-Utans auf der Welt. 80 % davon leben in den Urwäldern von Indonesien. Der Rest in den malaysischen Ländern von Sarawak und Sabah auf Borneo.

Laut eines erschütternden Berichts des Umweltprogramms der UNO werden die rothaarigen Waldmenschen bei Einhaltung des jetzigen Waldrodungrythmus in nur zwanzig Jahren aus der Fläche der Erde verschwunden sein.

Unter dem hohem Druck von Umweltorganisationen verpflichtete sich die malaysische Palmölindustrie während einer Konferenz, die Anfang Oktober gehalten wurde, Waldkorridore aufzubauen, um die einzelnen Menschenaffen-Populationen zu erhalten.

“Auch wenn es noch 11.000 Orang-Utans in Sabah gibt, sind die einzelnen Populationen extrem isoliert von einander“ sagte Marc Ancrenaz von der Umweltorganisation Hutan. Dies fordert nicht nur die Inzuchtgefahr, es besteht auch die Möglichkeit, dass die kleinen Babys sich von ihren Müttern trennen und sich inmitten der riesigen Palmölplantagen verlaufen.

Aber nicht nur das. Wenn Orang-Utans die Früchte der Palmen fressen, wird öfters auf sie geschossen. Stirbt oder flüchtet die Mutter, werden die kleinen Babys oftmals als Haustiere gefangen.

Malaysia ist nach Indonesien das zweite größte Exportland von Palmöl. Einkünfte dieser boomenden Industrie erwirtschafteten allein 2008 19 Billionen Dollar.

Der Meinung von Ancrenaz nach sei es praktisch unmöglich, die Plantagen los zu werden. Laut den Experten findet man Palmöl in einem von zehn Supermarkt-Produkten, einschließlich Brot, Lippenstick und Seife.

Deswegen seien die geplanten Waldkorridore für das Überleben der Orang-Utans und anderer Waldbewohner so wichtig. „Sie sind die einzige Lösung, damit Menschenaffen und Plantagen langfristig koexistieren können“.

Die Entscheidung, Waldkorridore aufzubauen fällt zusammen mit dem Beschluss der Regierungsverwaltung von Ostsabah, 967 Waldhektar binnen einer Zeitspanne von fünf Jahren wieder aufzuforsten. Dieser Plan gehört der WWF-Initiative „Ein Herz für Borneo“, die beabsichtigt, die Umweltpolitik aller drei auf Borneo anwesenden Staaten (Malaysia, Indonesien und Brunei) zu stärken.

Planeta Verde veranstaltet eine außergewöhnliche zweiwöchige Borneo-Reise durch die indonesische Provinz Kalimantan zur Beobachtung von frei lebenden Orang-Utans. Mehr Infos unter: http://www.planeta-verde.de/reisen/borneo/index.php

Donnerstag, 12. November 2009

Menschenaffen: Uns nicht nur genetisch ähnlich









© Norbert Manthey

Neue und nicht so neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die als Resultat langjähriger Feldstudien erworben wurden, belegen das für viele Unfassbare, dass Menschenaffen ausgesprochene menschliche Züge zeigen. Sie können wie wir dankbar, großzügig, aber auch fremdenfeindlich, berechend, herzlos und rachsüchtig sein.

Immer mehr Beweise stellen fest, dass Menschenaffen über die Zukunft und die Vergangenheit rationalisieren können, etwas, was man traditionell nur uns Menschen zugesprochen wurde.

Schimpansen sind zudem fremdenfeindliche Kreaturen, die gewalttätig auf Nachbargruppen reagieren. So Jane Goodall, die zweifellose Welt-Expertin über unsere engsten Verwandte. "Es war ein totaler Schock für mich zu entdecken, dass Schimpansen so wie wir, auch eine dunkle Seite besitzen, und dass sie sich auch überbringen können, grausame Akten durchzuziehen, die fast immer gegen Mitglieder einer verfeindeten Gruppe gerichtet sind“. Es gibt sogar Patrouillen, die ihr Gebiet gründlich und regelmäßig durchstreifen. Wenn sie auf vereinzelte fremde Schimpansen während ihrer Streifzüge antreffen, können sie diese angreifen und sogar umbringen.

Laut Goodall sind Schimpansen zu vieles mehr imstande: Sie können rationell denken, Gefühle beherbergen und sogar lang anhaltende familiäre Beziehungen aufbauen, die bis zu 60 Jahre halten können.

Der Ethologe Christophen Boersch, Direktor der Primatenabteilung des Max Planck Instituts in Leipzig, hat daran keine Zweifel. Vor fünf Jahren begleitete er den BBC-Moderator David Attenborough bei einer Kongoexpedition, um die Jagdstrategien der Schimpansen zu dokumentieren. Was die Filmaufnahmen zeigen hat mehr als einen Skeptiker von seiner Überzeugung abgebracht, Affen seien nur irrationelle Tiere. Fünf Schimpansen streifen durch den Waldboden. Es ist eine durchaus organisierte Gruppe: Es gibt einen Führer, aber auch Treiber und Fänger mit ganz spezifischen Aufgaben. Ihr Ziel: Eine Gruppe von Colobusaffen, die oben auf der Baumkrone in 30 m Höhe Zuflucht gefunden hat. Als die Jagd losgeht, werden die Kleinaffen vom Schimpansenführer zur Flucht getrieben. Zwei Schimpansen blockieren dann ein paar Colobusaffen den Weg und zwingen sie, in eine bestimmte Richtung zu fliehen, wo sie von den Fängern gefangen und getötet werden. Das erbeutete Fleisch wird zwischen den Jägern gerecht geteilt.

Weibchen nehmen an diesen Streifzügen nicht teil, sie können sich aber ihren Anteil Fleisch gegen Sex erkaufen. „Schimpansenweibchen paaren sich ausschließlich während der Brunftzeit. Aber sie werden sich viel öfters mit dem Männchen paaren, das ihnen Fleisch regelmäßig liefert, auch wenn Schimpansen nicht monogam sind“ sagt die Anthropologin Cristina Gomes. Bis zwanzigmal wird ein Schimpansenmännchen Geschlechtsverkehr mit dem Weibchen haben, mit dem es diese symbiotische Beziehung aufrechterhält. Durchschnittlich hat er mit einem anderen Weibchen in der Gruppe nur zweimal Erfolg.

“Es handelt sich offensichtlich um einen langfristigen Austausch. Er teilt mit ihr das Fleisch, auch wenn sie nicht jetzt geschlechtverkehrbereit sind. Und sie wird sich mit ihm in zwei Monaten paaren. Es ist fast so wie in einer Liebesbeziehung“, so Gomes. Die Schlussfolgerung für Boersch liegt auf der Hand: „Unsere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Schimpansen über die Zukunft und die Vergangenheit nachdenken können und ihr gegenwärtiges Verhalten dementsprechend anpassen“.

Für den Waal, der einen Aufsatz aufgrund des zweihundertjährigen Jubileums der Geburt von Charles Darwin geschrieben hat, ist eines klar: “Wir benutzen Handys und fliegen mit Flugzeugen aber unsere psychologische Grundlage bleibt noch die eines Primaten”.

Die Lehrfähigkeiten und die hohe Intelligenz von Gorillas gelten schon lange als unbestrittener Fakt. Es wurde sogar geschafft, einem Gorilla 1000 Vokabeln aus der amerikanischen Zeichensprache beizubringen. Koko, der möglicherweise weltweit bekannteste Gorilla nach Kingkong, konnte vor ein paar Jahren seinen behandelnden Arzt so mitteilen, dass er unter Zahnschmerzen litt.

Das Erlernen von Kenntnissen basierend auf Beobachtung und Nachahmung ist unter Primaten auch weit verbreitet. Dass Schimpansen Werkzeuge anfertigen können ist eine alt bekannte Wahrheit. In Senegal spitzen sogar Weibchen Speere, um Kleintiere in ihren Schlafhöhlen einzustechen. Die dafür verwendete Technik unterscheidet sich aber von Gruppe zu Gruppe je nach geografischer Lage sehr stark. In anderen Worten: Schimpansengruppen haben auch eine eigene Kultur entwickelt. Ob kleine Holzpinsel, um Termite zu fangen oder Werkzeuge, um Nüsse zu knacken: „Es ist diese Vielfältigkeit, was mich so fasziniert“, sagt Goodall. „Entsetzlich ist aber zu denken, was wir alles nie in Erfahrung bringen werden, weil die afrikanische Schimpansenpopulation aufgrund der rapiden Waldrodung und der Überbevölkerung des Kontinents so schnell verschwindet“. Als die Wissenschaftlerin ihre Studien 1960 aufgenommen hat, wurde die Population von Schimpansen auf ca. zwei Millionen Exemplare geschätzt. „Heute gibt es nur 300.000“.

„Für mich sind Menschenaffen keine Menschenart, da wir auch Menschenaffen sind“ sagt sie zusammenfassend. „Wir kennen jetzt die Ähnlichkeiten zwischen unseren beiden Arten viel besser. Jeglicher Unterschied zwischen uns ist meines Erachtens immer relativ“.

Freitag, 6. November 2009

Massive Preissennkung unserer Galapagos-Reise: Über Land und Meer








Liebe Galapagos-Interessenten,

nach einer ununterbrochenen und rapider Preiserhöhung unserer einzigartigen Galapagos-Reise „Galapagos über Land und Meer“ mit integrierter Kreuzfahrt an Bord eines Kleinschiffes der gehobenen Preisklasse ist uns gelungen, den Reisepreis für das kommende Jahr massiv zu senken. Die nicht unbeträchtliche Preisreduzierung beläuft sich auf 500 € p. Person in Doppelzimmerbelegung.

Diese erhebliche Preissenkung wurde durch einen Wechsel bei der Schiffskategorie ermöglicht. Die ursprüngliche viertägige Kreuzfahrt an Bord eines Kleinschiffes der gehobenen Kategorie wurde durch eine fünftägige Schiffsreise an Bord einer kleinen Yacht der mittleren Preisklasse getauscht. Zwar ist die Yacht „Amigo“ nicht so schick, aber die zweckseingerichteten Kabinen, das freundliche Personal und die schlichte aber praktische Ausstattung der gemeinsamen Räume bietet eine hervorragende Alternative mit einem überdurchschnittlich guten Preis- und Leistungsverhältnis für schmale Geldbeutel.

Außerdem sehen Sie bei einem niedrigeren Preis, mehr:

* An Bord Ihrer Yacht besuchen Sie vier anstatt der ursprünglich drei vorgesehenen Insel

* Die wunderschöne Floreana mit ihrem fantastischen Tauch- und Schnorchelrevieren ist wieder dabei

* Neben Santa Cruz, besuchen Sie auch Española und die ferner gelegene San Cristobal

Weiterhin sind die Hotelaufenthalte auf Santa Cruz (vier Nächte im Hotel Mainao) und Isabela (vier Nächte im Hotel Casa de Marita) das zweite große Highlight dieser Tour.

Der neue Reisepreis beträgt 3.895 € p. Person im Doppelzimmer/Doppelkabine.

Mehr Infos zu dieser einzigartigen Galapagos-Reise gibt es unter: www.planeta-verde.de

Spitzbergen-Expedition an Bord des Noorderlichts: Nur eine Abfahrt in 2010









Liebe Spitzbergen-Interessenten,

Sie interessieren sich für unsere Adventure-Spitzbergen-Umrundung an Bord des Seglers Noorderlicht. In diesem Jahr hat die Reederei, Oceanwide Expeditions, die meisten geplanten Abfahrten an fremde Agenturen mit Sitz in Holland und England komplett gechartert, welche die Kabinen direkt zum Kauf anbieten.

Aus diesem Grund haben wir als Veranstalter nur Zugriff auf die einzig bisher verfügbare Abfahrt von 12.07.2010. Die restlichen Termine mussten wir leider von unserem Programm streichen!

Wenn Sie es wünschen, können wir Ihnen den Namen der charternden ausländischen Agenturen verraten, falls Sie die Reise am 12.07. nicht antreten können. Bitte beachten Sie, dass es andere Preise bei diesen Agenturen selbstverständlich gelten.

Planeta Verde bietet Ihnen eine fantastische Spitzbergen-Expedition an Bord eines 2-Mast-Gaffelschoners von 1910. Die schönen Umrisse und die ausbalancierte Takelung dieses wunderschönen Zweimastschoners sorgen für ausgezeichnete Segeleigenschaften unter der Führung des erfahrenen Skippers. Nur eines: Die Insel zu umfahren gelingt nicht jedes Jahr, da dies von den unvorhersehbaren Eisverhältnissen abhängt. Ein einmaliges Abenteuer bleibt aber diese Reise allemal.

Vielen Dank für Ihr Verständnis

Ihr Team von Planeta Verde

Donnerstag, 5. November 2009

Reisen nach Galapagos: Eine verhängnisvolle Affäre









Der natürliche Reichtum der Galapagos-Inseln ist auch des Archipels größtes Verhängnis

Die Galapagos-Inseln sind eins der großen Naturwunder unseres Planeten. Für lange Zeit galten sie als der Inbegriff des Paradieses auf Erde. Doch das Bild eines ungestörten Edens täuscht: Mit der Landung der ersten Seefahrer vor etwa 400 Jahren geriet das Gleichgewicht der Galapagos-Inseln ins Wanken. Bis vor kurzem musste die Parkverwaltung alle mögliche Mittel einsetzen, um die von Menschen eingeführten fremden Tierarten wie verwilderte Ziegenhorden und Ratten erfolgreich auszurotten. Nun stehen aber die unter der Schirmherrschaft von UNESCO aufgenommenen Inseln vor einer noch ernstzunehmenden Gefahr: Einer boomenden Tourismuswirtschaft und dem damit verbundenen Zuwachs der inländischen Zuwanderung.

Wenige Touristen sind von dieser Problematik bewusst. Die meisten davon sind völlig überzeugt, dass sie mit ihrem Besuch einen großen Beitrag zum Erhalt dieses einmaligen Naturerbes für die künftigen Generationen leisten. Die Ahnung, dass die wachsende Popularität der Galapagos-Inseln als immer beliebtere ökotouristische Destination, gleichzeitig den Inseln großen Schaden hinfügt, könnte nicht ferner liegen.

Doch eine Kommission der UNESCO erkannte bereits 2007 die drohenden Gefahren und forderte die Regierung in Quito auf, dringende Maßnahmen zu einer gezielten Kontrolle der Touristen- und Einwandererzahlen einzuführen unter der Drohung, den Sonderstatus des Galapagos-Nationalparks abzuerkennen. Doch dies ist keine einfach zu lösende Angelegenheit. Die lukrative Fremdenverkehrsbranche lässt jährlich ca. 200 Mio. USD in die Staatskassen einfließen: Eine nicht zu verachtende Summe für ein von Armut geplagtes Land. Denn auch wenn allen klar ist, wie wichtig es ist, die Inseln effektiv zu schützen, machen es gerade diese unglaublichen Profite so schwer, wirkungsvolle Maßnahmen einzusetzen. 2008 besuchten 173.000 Personen die Galapagos-Inseln, die meisten davon waren es Teilnehmer großen Luxuskreuzfahrten. Der wirtschaftliche Reichtum, der die fremden Devisen den Inseln bescherten, ist dafür zuständig, dass es sich hier deutlich besser als auf dem Festland lebt. Gehälter sind bis sieben Mal höher als auf dem ecuadorianischen Festland. Außerdem ist auf Galapagos Kriminalität, eins der großen Probleme Ecuadors, praktisch unbekannt. Kein Wunder, dass es immer mehr Ecuadorianer es auf die Inseln zieht, um sich den Traum eines besseren Lebens zu erfüllen.

Aber nicht nur von der Regierung in Quito kann gefordert werden, mehr für den Schutz des Galapagos-Archipels zu tun. Normale Touristen können auch viel tun, wenn sie sich an einigen Grundregeln des wahren Ökotourismus halten. Wahrer Ökotourismus bedeutet, die einheimische Wirtschaft aktiv zu unterstützen. Dies können die Besucher tun, in dem sie in lokalen von Einheimischen geführten Inselhotels unterkommen, anstatt die Inseln nur im Rahmen von halbtägigen Ausflügen an Bord eines riesigen Kreuzfahrtschiffes unter internationaler Flagge besuchen. Auf den Inseln in Kleinhotels und nicht in einer Kabine zu übernachten, in den lokalen Restaurants zu speisen und nicht im Speisesaal des Schiffes zu essen, Andenken von lokalen Souvenir-Läden zu erwerben und sich nicht vom Angebot des Schiffsladens zu bedienen… dies macht die Erlebnisse des Urlaubers nicht nur reicher und die Taschen der Händler etwas voller: Wenn die Bewohner Galapagos die unmittelbare Verbindung zwischen Ökotourismus und wirtschaftlichem Aufschwung merken, werden sie lernen, warum es sich lohnt, die Schätze ihrer Inseln besser zu schützen.

Planeta Verde veranstaltet eine außergewöhnliche 17-tägige Galapagos-Reise. Bei dieser Tour lernt der Besucher einige der wichtigsten Inseln des Archipels kennen und unternehmen sowohl Bootsausflüge als auch Wanderungen zu den interessantesten Besucherstandorten Galapagos. Dies mit einem besonderem Leckerbissen: Einer viertägigen Kreuzfahrt am Bord eines Kleinschiffes. Diese Kombination einer kurzen Kreuzfahrt mit einem ausgedehnten Landesprogramm auf drei verschiedenen Inseln, macht diese Reise zu einem wahren Erlebnis.